ΦLo am:05.07.2008 um:02:09

Die allwissende Müllhallde

So sieht die allwissende Müllhalde aus.bezeichnet als stehender Ausdruck in diesem Blog die Wikipedia.

Das wird hier so gemacht, weil irgendjemand da mal mit angefangen hat, nachdem er oder sie es von Tim Pritlove – der den Ausdruck auch regelmäßig, mal mit mal ohne den Zusatz “des Internets” verwendet – aufgeschnappt hatte.

Aus der allwissenden Müllhalde erfahre ich jetzt, dass die Allwissende Müllhalde eigentlich von Jim Henson stammt Marjorie heißt. Link.

ΦLo am:04.07.2008 um:18:50

Prokrastination

hat hier auch endlich mal einen Artikel verdient. Also eigentich wollte ich den ja schon längst geschrieben haben aber … [setzen Sie hier eine beliebige Ausrede ein].

Die allwissende Müllhalde meint zu dem Thema ja, dass es sich dabei um

eine Bezeichnung für das Verhalten von Menschen, die das Erledigen notwendiger, aber ihnen unangenehmer Dinge immer wieder verschieben.

handelt. Das klingt fast wie aus einem Wörterbuch für Psychologie abgeschrieben. Zum Glück hat da noch einE WikipedianerIn hinzugefügt, dass

Aufschieben ist jedoch auch eine wichtige Kulturleistung, eine traditionsreiche Strategie.

Was zumindest ein klein wenig versöhnt.

Was ein guter Junge so tun sollte.Über das Phänomen als solches wurde in den letzten Jahren mehr geschrieben als mensch eigentlich lesen will … und Strategien dagegen gibt’s auch mehr als mensch eigentlich befolgen können will. Nur wirklich gut und aus Sicht einer/s Betroffenen hat’s bisher noch niemand in den kulturellen und verwertungslogischen Zusammenhang gestellt. Bzw. ausgerechnet dieser Schlüsseltext zum Thema ist eigentlich schon geschrieben, muss nur noch getippt werden.

Zum Glück hat sich Heike Faller von Der Zeit jetzt die Zeit genommen ein Buch über ein vollkommen anderes Thema zu schreiben. Da sie eine höchstdisziplinierte Menschin ist, ist dabei dieser wunderbare Artikel entstanden.

Ein absolutes Muss für Menschen, die auch mal was liegen lassen.

ΦLo am:04.07.2008 um:15:47

Alan Sondheim

wird von der allwissenden Müllhallde als Poet und Kritiker bezeichnet. Da ich Alan seit mehreren Jahren über eine gemeinsame Lieblingsmailingliste kenne, finde ich diese Beschreibung deutlich zu kurz. Alan Sondheim ist viel mehr so etwas wie ein künstlerisches Universalgenie des Internets. Der Übergang von Gedichten zu Bildern zu Tönen zu Filmen verschwimmt immer wieder. Bei ihm wird aus Code Poesie und aus Poesie werden Bilder.

Wie die beiden Bilder, die sich derzeit bei mir stündlich als Schreibtischhintergrund abwechseln. Ich weiß nicht, was mich an ihnen fasziniert aber sie fühlen sich einfach sehr gut an.

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ΦLo am:04.07.2008 um:00:32

Überwachen und Normieren

sind, wie ich während der Gestaltung des hier veröffentlichten Plakats feststellen musste, auch Kulturtechniken. Am 10. Juli kommt der hochspannende Prof. Dr. Friedrich Balke zum Abschluss unserer Vortragsreihe um 20:00h in’s mon-ami und erzählt uns etwas über die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen eben jener Kulturtechniken.

ΦLo am:03.07.2008 um:13:04

Morsen

steht auf der Rotenliste der bedrohten Kulturtechniken relativ weit oben. Irgendwie find ich’s schade, weil’s der erste geglückte Versuch war, eine binär codierte, formale Sprache zur Übermittlung von Nachtichten in natürlicher Sprache zu finden. Das elegante daran ist, dass das gesamte System so simpel gehalten wurde, dass Menschen es wirklich noch beherrschen, also “Morse sprechen” können. Anders als die meisten anderen binären Codierungen ist Morse sozusagen noch fast “natürlich”. Auch, wenn so Sachen wie Sonderzeichen und Groß-/Kleinschreibung dabei über Bord gegangen sind, ist’s immer noch sehr elegant. Z.B. bedeutet

..-. . .. -. - .-.-.- — .-. –.

feint.org (Dank an).

D’rauf gekommen bin ich, weil

… — …

das wohl berühmteste Signal in Morse heute oder gestern vor hundert Jahren als Standard Notsignal für Schiffe eingeführt wurde (Link, via).

Und von der allwissenden Müllhalde erfahren wir überraschender Weise, dass es sich bei allen Ausschriften um Backronym handelt – hätte ich nicht gedacht.

mw am:01.07.2008 um:18:10

Everything is Miscellaneous

Der Text über reiser hatte durchaus was wirres, was lustigerweise nicht ganz unsinnig ist. Gerade werfe ich einen Blick über die C++ Folien, die leider nur aus dem Uninetz verfügbar sind, als mich ein Schema mit dieser fiesen Hierarchie anspringt, in der die Welt in Obejekte unterteilt sind, die in belebte und unbelebte Dinge unterteilt sind wobei die die belebten in Pflanzen und Tiere yada yada.
Warum solche Hierarchien nicht die genehmste Abstraktion aller Zeiten sind demonstriert David Weinberger deutlich unterhaltsamer als ich.

Mit diesem herrlichen Rant im Hinterkopf wird das Problem mit den Namensräumen hoffentlich sinnvoller.

mw am:30.06.2008 um:22:37

Virtueller Reiterhof WTF?!

Oh nein! Jemand hat die 90er mit Pferdefreaks gekreuzt!

mw am:29.06.2008 um:17:18

Reiser4

Reiser4 ist ein innovatives Dateisystem, das ich bisher kaum beachtet habe. Dateisysteme sind ja meistsens wenig spektakulär und für den Benutzer nicht direkt sichtbar, werden über historische Schnittstellen bedient und bedienen dadurch historische Strukturen.

Die wohl bekannteste Schnittstelle um mit dem Dateisystem zu arbeiten bietet Möglichkeiten Dateien hierarchisch zu speichern und zu lesen. Die Struktur dahinter sieht dann etwa aus wie ein Baum, in dem jedes Blatt eine Datei ist. Treu dem unix Motto “everything is a file” kann ein Datei dabei ein Verweis auf eine andere Datei, ein Gerät, ein Stück vom kernel, ein Ordner - noch ein Baum - oder wirklich nur eine Datei sein.

Ein Dateisystem verwaltet also Dateien. Schön… und weiter? Das Problem an der Sache ist, dass es keinen Grund gibt sich für Dateien zu interessieren. Was man eigentlich will sind Daten. Ein Datum ist eine Informationseinheit, die in der Regel erst in Kombination mit anderen Daten sinnvoll wird.

Diese Seite lässt sich zum Beispiel in eine Datei im XML Format verpacken, speichern und durchs Netz schicken. Aufgebaut ist diese Datei aus vielen Daten, wie Worte, die durch Leerzeichen verbunden werden, mein Name, diverse Kalenderdaten, Darstellungsanweisungen, links, tags und so weiter. Diese Datei wird durch den Webserver verwaltet, der damit zu einem Dateisystem wird.

Intern kann der Webserver die Daten verwalten wie im lieb ist und Daten wie Autoren, Titel, Kalenderdaten und Texte in einer Datenbank organisieren. Die Datenbank ist im Grunde ein besseres Dateisystem, das Daten gut einzeln verwalten kann und vielfältig miteinander verknüpfen kann.

Wo und wie die Datenbank ihre Daten ablegt ist wiederum Bier der Datenbank, die das oft durch Dateien im Dateisystem des Betriebssystems löst, womit ich endlich bei Reiser4 und dem Problem verstreuter Namensräume angekommen bin. Hans Reiser streut in einem Vortrag über Reiser4 Salz in unangnehm wunde Stellen der Dateisysteme: Reis

Warum Reiser4 allerdings noch nicht im kernel von Linus Torvalds angekommen ist wird deutlich wenn man einen Blick in den code wirft. Das Biest ist voll mit lustigen Ausdrücken wie “nikita-334″ und viel voodo - zumindest auf den ersten Blick. Ich hatte dann nicht wirklich lustig weiter zu lesen aber wenn man auf Rätsel steht und schon alle Rätselhefte durch hat wär das ne
Alternative.

ΦLo am:27.06.2008 um:11:28

Werbung

verschiebt das Design von Webseiten deutlich in die häßliche Richtung. Meist zumindest. Deshalb schau’ ich mir sowas meist gar nicht an. Also, lass’ es von so Software aussortieren.

Heute hab’ ich entdeckt, dass einer der fröhlichsten mir bekannten Internetcomicmaler auf seiner Seite darum bittet, Banner anzubringen, weswegen’s hier eine Ausnahme gibt:

Wulffmorgenthaler.com

Aber auch nur, weil Bill jetzt in Rente gegangen ist.

ΦLo am:27.06.2008 um:04:52

Das Leben

ist ein Scheißkaff.

Meinte zumindest die Katja gerade im Sonnenaufgang am Telefon. Ich muss ihr da irgendwie recht geben.

ΦLo am:25.06.2008 um:17:11

Volxküche

im Falken mal wieder. Passend zum Fußballspiel gibt’s heute was zum mit den Händen essen: Hot Dogs mit allem Drum und Dran (auch vegetarisch). Preis wird noch festgelegt.

ΦLo am:25.06.2008 um:09:41

Google

hat sich anscheinend nicht nur mit seinen komischen Ansichten zur Privatsphäre seiner NutzerInnen vom berühmten Firmenmotto “don’t do evil” entfernt. Nicholas Carr vertritt sehr nachvollziehbar die Meinung, dass es auch ganz großartig zur allgemein um sich greifenden Konzentrationsschwäche beiträgt. Oder, wie er’s beschreibt:

My mind now expects to take in information the way the Net distributes it: in a swiftly moving stream of particles. Once I was a scuba diver in the sea of words. Now I zip along the surface like a guy on a Jet Ski.

Kann ich irgendwie nachvollziehen. Komisch nur, dass er einen 25.000 Zeichen-Artikel braucht, um zum Schluss zu kommen:

So, yes, you should be skeptical of my skepticism. Perhaps those who dismiss critics of the Internet as Luddites or nostalgists will be proved correct, and from our hyperactive, data-stoked minds will spring a golden age of intellectual discovery and universal wisdom.

ΦLo am:24.06.2008 um:19:27

Firefox 3

wurde mit diesem fröhlichen Downloadtag am 17. Juni diesen Jahres veröffentlicht. Den hab’ ich irgendwie verpasst. Dafür hab’ ich heute die Stunde(n) gefunden, mir das mal anzuschauen und wie bei jedem Browser mit Extensions und Themes rumzuspielen.

Ist echt schick geworden. Also nicht nur, dass die Standard-Skin so aussieht, wie sowas unter OS-X aussehen sollte und, dass die Buttons etc. auch endlich aussehen, wie im Safari. Nein, das Biest frisst auch deutlich weniger. Also, ich mein’ so richtig viel weniger. Wirklich eine Neuerung, die ich hiermit jedem/r sehr empfehle.

So sieht’s aus:

Ach, die Erweiterungen auf die ich mich dann eingelassen habe, die den Firefox noch cooler machen als er ohnehin gibt’s nach dem Umbruch. more »

ΦLo am:23.06.2008 um:15:32

Julia,

sag’ mal Penis.

ΦLo am:22.06.2008 um:00:39

Datenschutz

im Internet ist derzeit eines meiner zentralen, politischen Themen. Für Grüns auch. Die wollen deshalb sogar schon wieder im Grundgesetz rummalen, was ich nur leicht übertrieben finde.

Und weil die Grünen das mit ihrer Forderung nach einer weiteren, unnötigen Verfassungsänderung anscheinend ernst meinen, haben die da eine Kampagne gestartet.

Ohne mich jetzt über die inhaltliche Qualität – halt klassisch grün – auslassen zu wollen, weise ich nur darauf hin, dass der “Datenschutztest” nur funktioniert, wenn browser den Keks frisst. Macht total Sinn. Also, ich meine so im Rahmen einer Kampagne, die sich mit Datenschutz und -sparsamkeit befasst.

ΦLo am:21.06.2008 um:18:19

Notwehr

ist als Konzept eigentlich gar nicht so schwer zu verstehen: Wenn Du gerade dabei bist mich totzuprügeln kann ich Dir ungestraft die Augen auskratzen um Dich aufzuhalten. Die allwissende Müllhalde sagt’s in juristisch:

Notwehr ist ein Begriff der Rechtssprache und bezeichnet – ungeachtet bestimmter konzeptioneller Unterschiede in den einzelnen Rechtsordnungen – die strafrechtliche und zivilrechtliche Unbedenklichkeit von schädigenden Handlungen, wenn sie zur Abwehr eines Angriffs erfolgen und gegen den Angreifer gerichtet sind (richten sie sich gegen Dritte, handelt es sich allenfalls um Handlungen im Notstand).

Der Justiziar der Telekom scheint das aber nicht so ganz verstanden zu haben. Ganz besonders das mit der Notwehr immer verbundene Problem des Notwehrexzesses – Du versuchst mir die Augen auszukratzen und ich hack’ Dir den Kopf ab um’s zu verhindern – scheint ihm nicht ganz so klar zu sein. Anders kann ich’s mir nicht erklären, dass er’s gut geheißen hat, dass die Telekom einfach mal vier KundInnen abhört um mitzubekommen, ob jemand ihre minderwertig geschützten Computer angreift.

Ich schein’ da aber eine Minderheitenmeinung zu vertreten: Das später informierte Postministerium hat nämlich auch kein Strafverfahren eingeleitet. Wo leb’ ich eigentlich?

Link

ΦLo am:21.06.2008 um:10:46

Filesharing

ist auch so ein Ausdruck der im Rahmen des Copyfights immer wieder fällt, dass mensch diesen Ausdruck auch falsch verstehen kann, hat Ahoipolloi bewiesen:

ahoipolloi über Feilsharing

ΦLo am:19.06.2008 um:14:44

Briefe von der Hausverwaltung

behandeln meist so Sachen wie überfällige Mieten, notwendige Reparaturen oder halt Beschwerden über die fortgesetzte Missachtung der Hausordnung. Selten aber sind sie so schön geschrieben, wie das Schreiben, das heute in unserem Briefkasten lag. Weshalb’s hier auch eine Antwort gibt:

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